Following Quedenfeldt - ein Projekt aus Coding Da Vinci Nieder.Rhein.Land 2021

aus Coding Da Vinci Nieder.Rhein.Land 2021
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Selbstbildnis von Erwin Quedenfeldt
Erwin Quedenfeldt, Selbstbildnis, in Lichtzeichnungen, 1919

Erwin Quedenfeldt (* 19. Juni 1869 in Essen; † 8. März 1948 in Bischofswiesen), war ein promovierter deutscher Fotochemiker, Fotograf und Erfinder. Über 1.500 Fotografien Quedenfeldts wurden im Kulturhackathon Coding Da Vinci Nieder.Rhein.Land von der Heinrich-Heine-Universität bereitgestellt. Es entstand während des Kick-off-Wochenendes schnell die Idee, "Hey, viele Standorte sind heute noch vorhanden! Es wäre doch spannend einen Vergleich zu sehen, wie die Motive sich über die Zeit hinweg verändert haben. Lasst uns doch Möglichkeiten schaffen, diese alten Fotografien möglichst ursprungsgetreu nachbilden zu lassen.". Noch am ersten Abend ist Michael in Köln losgezogen und hat die ersten Motive, wie den Gürzenich nachfotografiert.

Projektressourcen

Beispiele

Köln. Groß Martin mit Stapelhaus, 1909 vs 2021
Köln. Groß Martin mit Stapelhaus, 1909 vs 2021
Schloß Arff
Beispiel Schloß Arff
Severinstorburg
Köln, Severinstorburg

Presse

  • Amt für Kommunikation Düsseldorf. Aus Ideen werden Projekte "... das Projekt Following Quedenfeldt, bei dem es mit dem Smartphone in der Stadt auf Entdeckungsreise geht. Anhand von 1.500 Fotografien von Erwin Quedenfeldt (1909-1920) aus der Sammlung der ULB Düsseldorf können Spaziergängerinnen und Spaziergänger nun entdecken, wie sich das Stadtbild verändert hat." (8.10.2021).
  • Presse3

Leben und Wirken Quedenfeldts

Über Quedenfeldts frühes Leben ist kaum etwas bekannt. Er studierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel das Fach Chemie, worin er 1896 promovierte. 1897 heiratete er Emma Rohde, die Tochter eines Kaffeeimporteurs. Danach arbeitete er in der photochemischen Industrie. 1900 entwickelte er einen Kapselblitz mit komprimiertem Blitzpulver und erhielt darauf ein Patent. Er erfand den Haushalts-Lampensockel mit Schraubgewinde, gepresstes Blitzpulver, die Schmelzsicherung und die elektrische Zündung. Von 1903 bis 1921 leitete er eine Fotoschule in Düsseldorf, die „Rheinische Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie“. Schülerin war hier von 1920 bis 1921 Hanna Seewald. Ab 1905 machte er zahlreiche fotografische Aufnahmen mittelalterlicher Bauten am Niederrhein, die er von 1909 bis 1915 unter den Titeln Baukunst am Niederrhein und Einzelbilder vom Niederrhein in Katalogen und per Abonnement anbot. Er dokumentierte in mehr als 1600 im Selbstverlag veröffentlichten und auf Karton aufgezogenen Bromsilberbildern die Dörfer und Landschaften um Düsseldorf. Eine vollständige Serie überließ er der Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf.

Um 1910 entwickelte Quedenfeldt das auf ihn patentierte, fotomechanische Erwinotypie-Kunstdruckverfahren.

Quedenfeldt war, wie viele Künstler seiner Zeit, nach dem Ersten Weltkrieg politisch radikal. Er war wichtiges Mitglied des von Adolf Uzarski und Herbert Eulenberg[4] mitgegründeten „Aktivistenbundes 1919“, einer linken Künstlergemeinschaft, die mit der Künstlergruppe Junges Rheinland und den Anarcho-Syndikalisten kooperierte. Düsseldorf war damals eine Hochburg der anarcho-syndikalistischen Bewegung. Die Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) hatte hier zeitweise bis zu 20.000 Mitglieder.

Quedenfeldt war Vorsitzender des Düsseldorfer Monistenbundes (1917/1918).

In dem Haus seiner Frau Emma in der Rosenstraße 28 in Pempelfort[5], wo Quedenfeldt in seinem Fotoatelier auch die Arbeiten anderer ausstellte, trafen sich Künstler der Avantgarde, etwa Gert Wollheim, Otto Pankok und andere Protagonisten der Düsseldorfer Szene. 1923 verließ Quedenfeldt nach einer persönlichen Krise Düsseldorf. Ab 1928 arbeitete er mit Hermann Schiebert in Wien zusammen.

Nach 1931 lebte er ohne festen Wohnsitz in Österreich. 1938 tauchte er wegen seines Sohns Harald, von Beruf Bühnenbildner und im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv, unter. Quedenfeldt starb nach einem unruhigen Wanderleben 1948 in Bischofswiesen bei Berchtesgaden, wo er seit 1946 gemeldet war.[6]

Seine Fotografien sind heute begehrte Sammlerobjekte.

Ausstellungen

Vom 18. Juni bis 10. August 2001 zeigte die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf in der Ausstellung „Baukunst am Niederrhein. Fotografien von Erwin Quedenfeldt“ eine Auswahl ihrer vollständigen Sammlung der Niederrhein-Fotos von Quedenfeldt, welche die ULB Düsseldorf vollständig digitalisiert hat. Einige von diesen sind in der 2016 im LVR-Landesmuseum in Bonn gezeigten Ausstellung „bilderstrom. Der Rhein und die Fotografie 2016–1853“ zu sehen.

Die Ausstellung „Das zweite Gesicht. Metamorphosen des fotografischen Porträts“, die 2002 im Deutschen Museum stattfand, zeigte neben Fotografien von Louis Ducos du Hauron, László Moholy-Nagy, Man Ray, El Lissitzky, Raoul Hausmann, Hannah Höch und anderen auch Bilder von Quedenfeldt.

Weblinks